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Umi Monogatari: wieso eigentlich?

2009-08-27

Liebe Lolicons: kauft unsere DVDs. MfG Zexcs

Als ob ich nicht schon genug schauen würde, habe ich auch noch Umi Monogatari auf dem Radar. Wenn auch mit niedriger Priorität. Trotzdem, wieso landet so ein Kram bei mir auf der Liste? Weder steh ich auf Loli-Fanservice noch auf mahou shoujo noch ganz generell auch diese superzuckrige animierte Stangenware; und wenn Umi Monogatari eines ist, dann zuckersüß. Ein Liter Umi Monogatari enthält mehr Zuckerwürfel als ein Liter Cola!

Damit ist Umi Monogatari eigentlich schon viel zu süß für mich. Es wird ständig gedaisukiiiiiiiit und aishiteruuuuuuuut und umarmt und mit Sternchen und Lichtspielen umflort. Und dann müssen die Lolis natürlich noch ultraknappe Bikinis tragen. Konnte ich noch nie haben. Also, warum jetzt? Es sind zwei Gründe: Ken Muramatsu und Junichi Sato.

Muramatsu ist ein fantastischer Komponist, der sein Können spätestens mit dem Soundtrack zu Kure-nai unter Beweis gestellt hat – für mich der beste Soundtrack des Jahres 2008, ein großartiger Piano-Score mit gekonnt gesetzten Akzenten, für die er sich Streicherquartette und klassischer japanischer Instrumente bediente. Und er ist nicht schlechter geworden. Ganz ehrlich: Umi Monogatari verdient keinen so guten Soundtrack.

Sato wiederum ist Regisseur und hat sich als eben solcher seinen Namen redlich verdient: Aria, Kaleido Star, Princess Tutu (und ja, auch Sailor Moon…) sind seine Referenzen. Und sein Stil passt durchaus zur Prämisse, weil er – gerade bei Aria – prima und elegant Humor mit Ästhetik verbinden konnte. Aria lebte von seinen „schönen” Momenten, von den Stadtansichten, Sonnenuntergängen, von Akaris ebenso naiver wie aufrichtiger Begeisterung für Neo Venezia – und trotzdem waren die vielen humoristischen Momente, in denen alle Charaktere in den SD-Modus zurückschnappen, absolut nicht out of place. Das schafft durchaus nicht jeder. Ohne das Beispiel überstrapazieren zu wollen: bei Fullmetal Alchemist: Brotherhood klappt das nicht immer.

Und auch Sato wertet diesen Anime auf, was man weniger in der Charakterzeichnung oder -interaktion sieht, sondern vor allem in den kleinen und kleinsten Nebensätzen und Reaktionen der Figuren. Da kann er dann mit seinen Pfunden wuchern und Schnuten ziehen lassen noch und nöcher, was der ganzen Angelegenheit eine wohltuend ironische Note verpasst. Sein bestes Vehikel ist dabei Kanon, die unfreiwillige, per default mies gelaunte und sarkastische Antiheldin.

Kanon > *

Leider reicht das nicht ganz. Zwar ist auch noch, als Bonusargument sozusagen, die Produktion von Zexcs erstaunlich gut ausgefallen, fein animiert und mit wunderschönen, satten, bunten Farben unterlegt – Zexcs gehört zu den jungen Studios wie Brain’s Base oder P.A. Works, die in den vergangenen Jahren ins Oberhaus der japanischen Animationsstudios aufgestiegen sind, nachdem sie sich jahrelang als Produktionsgehilfen verdingten. Aber auch ein Sato kann keine Wunder wirken, wenn der Stoff es nicht hergibt. Das Grundgerüst der Story ist simpelstmöglich und die anscheinend unverzichtbaren Genre-Standards wie Motivationsansprachen und Freundschaftsbeteuerungen und rituellen Transformationen gehen grundsätzlich auf den Wecker.

Dazu kommt dann noch die unverschämt eindeutige Ausrichtung auf die Horden triebgestörter Lolicons, die doch bitteschön die DVDs kaufen sollen, um sich auf die unzensierten Lolititten einen runterhobeln zu dürfen. Sicher, sicher: jeder Anime braucht onsen– und Strandepisoden, ohne Tittenparade verkauft sich eben nichts. Nerven tut’s trotzdem, zumal die obligatorischen Fanservice-Aufnahmen nicht allzu selten ganze Szenen und Stimmungen ruinieren können. Aria hat vorgemacht, wie es praktisch ohne auch funktionieren kann.

Trotzdem: Sato und Muramatsu und eigentlich auch noch das farbenfrohe, hübsche Design können mich geraaaaaaade noch so motivieren, Umi Monogatari zu verfolgen. Und auch wenn am Ende nur ein prima Soundtrack rauskommt, dann ist das auch okay.

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