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Rebuild 3.0 – 4.0 = 3.0 + 4.0

2009-09-25

Und da waren es wieder zwo. In der nächsten Newtype soll in einem Interview bestätigt werden, dass die beiden letzten Filme der neuen Evangelion-Tetralogie Rebuild of Evangelion nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, back to back animiert und gezeigt werden. Stattdessen würde Khara, das neue Studio von Hideaki Anno, welches die Neuauflage des epochemachenden Klassikers produziert, dank der immensen Erfolge der ersten beiden Filme massiv Personal aufstocken respektive externe Produktionshilfen buchen und den dritten Film – man höre und staune – schon im nächsten Sommer in die Kinos bringen. Also nur ein Jahr nach Rebuild 2.0 – oha.

Ich bin ziemlich glücklich über diese Entscheidung. Das Konzept der Doppelfolgen kennt man zwar schon bei Anno: von den Episoden 25 und 26 der TV-Serie, einer der mutigsten/abgefahrensten/bizarrsten Auflösungen der Animegeschichte; von Death & Rebirth, der introspektiven, fast schon impressionistisch anmutenden Zusammenfassung der Serie auf der einen, und wüsten alternativen Fassung des Schlusses auf der anderen Seite; und von End of Evangelion mit seinen zwei ineinandergreifenden Teilen Air und My Purest Heart To You. Anno kann das, er kann mit Doppeln arbeiten und er kann ihre Vorteile nutzen. So etwas hatte ich dann auch für Rebuild 3.0 + 4.0 erwartet; vielleicht, dass es eine stilistisch konventionelle Auflösung der Story im ersten Teil und eine fiebrige Achterbahn an HOLY FUCKING SHIT im zweiten würde. Es war auch absehbar, dass Khara nur Quickening, den dritte Teil der Reihe, groß beworben hätte. Das Finale wäre im Dunkeln geblieben, unbetrailert und unbeworben – und hätte damit ein Schlag in die Fresse werden können wie keiner jemals zuvor. Spannendes Konzept.

Aber trotzdem bin ich ziemlich glücklich über die Entscheidung, die Filme zu trennen und damit jeweils auch deutlich auszuweiten, denn das double feature hätte summa summarum wohl kaum mehr als zwei Stunden gedauert – zu kurz, viel zu kurz. Rebuild 2.0 hat eingelöst, was im Vorfeld versprochen worden ist – und darüber hinaus die Story endgültig umgeschrieben. 1.11 kann man noch einigermaßen, mit gutem Willen und einem blinden Auge für die teils frappierenden Unterschiede in den Details, als Alternativfassung der ersten sechs Folgen der TV-Serie durchgehen lassen. Bei 2.0 hingegen würde es schon zu kurz greifen, den Film nur als Remix zu verstehen. Das Sequel bedient sich umwerfend eklektisch an der Vorlage, dampft ein, kürzt, erweitert, schreibt um, wühlt sich durch seine eigenen Gedärme, bis es am Ende in einem furiosen, unvorhergesehenen, unvorhersehbaren Finale gipfelt. Tja, und jetzt? In Eindreiviertelstunden hat der Film eine gänzlich neue Logik eingeführt, neue Charakterkonstellationen, neue Ideen  – und das alles soll im nächsten Film, in nur zwei Stunden, schon wieder aufgelöst werden können?

Der Gedanke, dass das nicht reichen würde, kam mir, nachdem ich das Preview zu Quickening am Ende von 2.o ein paar Mal langsam, langsam, Frame für Frame gesichtet habe und der Film etwas setzen konnte. Das war einfach viel, viel zu viel an neuen Entwicklungen und vor allem neuen Potentialen, als dass diese sich zufriedenstellend in einem einzigen Doppelfilm fortspinnen respektive ausschöpfen ließen. Auch wenn ich die gestalterischen Möglichkeiten und Fähigkeiten Annos in Rechnung ziehe.

Es wäre einfach schade drum, jetzt, da – Spoiler, bitte markieren – Mari nicht mehr unabhängig von der Haupthandlung agiert, da Kaworu vom Mond hinabgestiegen ist, da Asuka ihre Katharsis durchlebt, da Rei sich neu erfunden hat, da das Nerv-HQ zerstört wurde und mit Eva-08 womöglich ein weiterer Pilot dazustößt. Da ist noch viel mehr drin, und deswegen freut es mich, dass Anno die Gelegenheit bekommt, die Fortsetzungen auch dementsprechend anlegen zu können. Die groben Züge der Story stehen sicher schon, aber schon 2.0 wurde erst während der post-production des ersten Films produktionsfähig geschrieben. Nur ein Jahr Produktionszeit ist für ein visuelles Feuerwerk vom Schlage eines Rebuild-Filmes sicher knapp, aber wohl zu bewältigen mit frischem Personal. Feine Sache. Auf dass der nächstjährige Camrip besser wird als der diesjährige.

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