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Preview: Despera

2009-10-18

oder auch: Schönen Grüß zurück an Klaus!

Deine Zögerlichkeit gegenüber Anime-Serien ist vollauf berechtigt, zu groß ist ganz einfach der Ausschuss. Aber du hast eine glückliche Hand mit der Wahl der Serien erwiesen, die du dir bislang doch zu Gemüte geführt hast – und mit Haibane Renmei machst du ganz sicherlich nichts falsch. Das ist eine der (leider recht wenigen) Serien, an die ich nicht nur den üblichen Maßstab anderer Anime anlege, sondern auch ohne Bedenken mit großer und größerer Filmkunst vergleiche. Und selbst da schneidet Haibane Renmei reichlich gut ab. Dafür sind so einige Dinge verantwortlich, etwa die ätherisch schöne, kontemplative, introspektive Stimmung, die der Anime schafft; die schon mythische Geschichte, die die Grundfesten der menschlichen Existenz berührt; oder der Soundtrack von Kow Otani, ganz ohne Übertreibung einer der besten, der je für einen Anime geschrieben worden ist.

Das liegt vor allen Dingen aber an Yoshitoshi ABé (kein Tippfehler, nur Exzentrik). Der Mann hat nicht nur Haibane Renmei entworfen, geschrieben und gezeichnet  – kurzum, es ist sein Werk -, sondern war mit Serial Experiments: Lain und Texhnolyze auch an zwei weiteren bemerkenswerten Anime beteiligt. Nicht ganz zufällig. Er hat das große Glück, in einer Branche, die nach DVD-Verkäufen bemessen und entsprechenden Anreize finanziert wird, sein eigenes Ding machen zu können. Wie der Manga hier beweist, in dem er – wunderschön unflätig – erstens den Boom der moé-Designs angeht und zweitens zu verstehen gibt, dass er sonstwas darauf gibt. Und auch geben darf. Dafür bin ich dankbar.

Klicken zum Vergrößern // gelesen wird von rechts oben nach links unten!

Natürlich ist ABé aber nicht der einzige Kreative der Branche, der mit seinem Schaffen herausragt. Da sind noch einige weitere zu nennen. Spannend wird es immer dann, wenn zwei oder mehr von ihnen zusammentreffen. Das war bei Serial Experiments: Lain der Fall, als ABé die Designs für ein Drehbuch von Chiaki J. Konaka und die Regie von Ryutaro Nakamura lieferte. Die drei laufen sich immer wieder über den Weg – zuletzt arbeiteten Konaka und Nakamura zusammen an Ghost Hound, Konaka und ABé waren an Texhnolyze maßgeblich beteiligt. Im nächsten Jahr aber wird sich exakt dieselbe Konstellation wie vor bald zwölf Jahren für Serial Experiments: Lain ergeben, und zwar für den neuen Anime Despera.

Darin soll es um ein Mädchen namens Ain (!) geben, dass sich in einer stark steampunkigen Fassung Tokios der taishô-Ära, ein Jahr vor dem verheerenden Kantô-Erdbeben von 1923, als Erfinderin versucht und Prototypen etwa für Computer baut (!). Also wohl nicht nur ein Nachfolger im Geiste für Serial Experiments: Lain, sondern sogar ein ganz handfester. Abseits der Ankündigungen und einigen – wunderschön anzuschauenden – Promo-Artikeln gibt es leider nicht sehr viel mehr Informationen, auch keine zum genauen Startdatum oder zum ausführenden Studio. Sicher ist nur, dass das Projekt kommen wird. Das reicht aber auch schon, um meine Vorfreude gegen unendlich laufen zu lassen.

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3 Kommentare leave one →
  1. Klaus permalink
    2009-10-24 22:14

    Ja, hoffentlich bleibt mir das glückliche Händchen bei Anime noch eine Weile erhalten. Heute hat mir eine Freund, der sich in der Thematik sehr viel besser auskennt als ich, ein paar Folgen einer sehr interessanten Serie gezeigt: Tokyo Magnitude 8.0. Im Prinzip ein Familiendrama, allerdings vor dem Hintergrund einer Erdbebenkatastrophe in Tokyo. Sehr beeindruckt hat mich dabei die atypisch unspektakuläre und realistische Darstellung der Katastrophe und wie sehr es um die Charaktere geht. Damit hebt sich die Serie sehr wohltuend von der üblichen reisserischen Katastrophendarstellung ab. Hat echt Lust auf mehr gemacht, hoffentlich gibt es da bald eine DVD von!

  2. escapistolero permalink
    2009-10-25 06:26

    Tokyo Magnitude 8.0 war sicherlich eine der interessantesten Serien dieses Jahr. Hast du ganz recht, Sujet und vor allem Herangehensweise sind für einen Anime total unerwartet, und das macht die ganze Angelegenheit auch sehr spannend und bemerkenswert. Steht auf meiner noch abzuarbeitenden Review-Liste, mal schauen, wann ich da rumkommen werde…

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  1. Retrospektive 2009: Die Anime, #05 – #01 « escapistolero

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