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Retrospektive 2009

2009-12-19

Kaum wird die Monatsanzeige zweistellig, muss zwanghaft rekapituliert werden. Alben, Filme, Bücher werde in arbiträre Kategorien gesteckt und in Ranglisten gepresst, um das Grundrauschen des Netzes noch weiter zu befeuern. Denn eigentlich ergeben diese Listen keinen Sinn. Weder werden sie in der Regel reflektiert, noch kann man aus ihnen irgendeine Erkenntnis gewinnen. Das Ganze ist selten mehr als schnöde Profilierung.

Aber: fuck that! Entgegen landläufiger Meinung ist auch escapistolero nur ein gewöhnlicher Mensch, und kann’s eben auch nicht lassen. Meine Listen werden genauso untergehe wie alle anderen, aber mir ist’s herzlich egal, weil’s draußen schneit und drinnen Tee und Plätzchen sind. Was gäbe es also schöneres, als sich eine Chronistenpflicht einzubilden? Eben. Ob’s Sinn ergibt oder nicht, ich werde in den verbleibenden Tagen des Jahres einen Blick zurück werfen. Mammutartikel machen keinem Spaß, deswegen werde ich allem einen Artikel widmen, dem ich eine Nummer draufpappen und eine Kategorie überstülpen kann.

Das Vorhaben hat natürlich auch die ein oder andere Schwierigkeit. Einige Anime etwa, die über zwei oder mehr cours gehen, fangen im Herbst 2008 an und werden erst im Frühling des darauf folgenden Jahres beendet. Wie kann man die einordnen? Ich habe beschlossen, sie zum Folgejahr zu rechnen – schließlich kann ich nach der Hälfte der Serie noch kein Urteil abgeben, schon gar nicht, ohne das Finale, die Auflösung einer Geschichte gesehen zu haben. Deswegen werden einige Anime genannt werden, die bereits letztes Jahr begannen oder – Bounen no Xamdou – gar zu einem ganz überwiegenden Teil im letzten Jahr liefen.

Bei den Soundtracks gibt es die Problematik, dass viele der laufenden Season erst im darauf folgenden Jahr veröffentlicht werden. Dann hat man zwar einen Eindruck von der Musik aus der Serie, kann sie aber nicht noch einmal in Ruhe hören. Leider betrifft das so einige Shows.

Überhaupt, meine Übersicht wird stark lückenhaft bleiben. Mit Ach und Krach werde ich wohl ein paar passable Listen für das Jahr 2009 zusammenkratzen können, aber so einiges habe ich auch in diesem Jahr verpasst, von dem ich überzeugt bin, dass es ansonsten weit vorne gelandet wäre. Ein Hauptgrund unter vielen weiteren dürfte sein, dass ich in der vergangenen Dekade eine mehrjährige Pause in meinem Anime-Konsum eingelegt habe. Es sei dahingestellt, ob es jetzt eine Rückkehr oder ein Rückschritt ist, dass ich wieder dick im Geschäft bin; in jedem Fall aber entzog es mir oft die Grundlage, die eine oder andere bestimmte Show zu schauen. Schlicht, weil ich ich den Vorgänger noch nicht aufgeholt habe.

Ein Stück weit entzieht das meinen Listen die Legitimität und den Zweck, und ich bin alles andere als glücklich damit. Man wird sie also cum grano salis nehmen müssen. Es wird bessere, überlegtere, kenntnisreichere Listen geben, vor allem, wenn es nicht nur um das Jahr 2009 geht, sondern das ganze vergangene Jahrzehnt.

Eine sei jetzt schon genannt: gaguri hat auf seinem auch ansonsten verdammt empfehlenswerten Blog Ha Neul Seom (하늘섬) seine fünfzig besten Anime des Jahrzehnts zusammengestellt – klasse Lektüre, weil er nicht nur sehr viele auch recht obskure Anime kennt, sondern auch den Mut hat, ziemlich unerwartete Titel weit oben anzusiedeln. Und dann macht’s vielleicht auch doch einen Sinn: wenn man seine eigenen Vorstellungen an denen anderer misst, und die ein oder andere Inspiration oder Anregung mitnehmen kann.

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