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Retrospektive 2009: Die EDs

2009-12-29

Es gilt die selbe Vorrede wie bei den OPs.

EDs sind die andere Seite der Medaille. Dienen OPs zur Einleitung und entlasten die Exposition, wird in den EDs oft ein Angebot zur Reflexion gegeben. Der Abspann zu Cowboy Bebop zeigte damals ausgewaschene Standbilder, umrahmt von einer starken Rockballade von Mai Yamane und den Seatbelts. Das nahm das Tempo raus und ließ die Episode zusammen mit der Musik und den Bildern Assoziationen bilden. Oft es diese Phase, wenn sich die Eindrücke von Anime verfestigen.

Viele EDs sind auch heute noch Midtempo-Nummern, die von den Animatoren und Designern auch hin und wieder mal für kleine Experimente oder Artwork-Shows genutzt werden. Und die Sponsoren haben die Möglichkeit, eine weitere Single unterzubringen, Balladen gehen ja auch immer. Im Idealfall passt dann beides zusammen, und escapistolero ist glücklich und kann sich einen weiteren Track auf den mp3-Player ziehen.

11 | Yôsei Teikoku – Irodori no Nai Sekai [Kurokami ED1]

Kurokami war eine Show, die ich mögen wollte. Solange ein Action-Anime erstens gut gemacht ist und zweitens nicht komplett banal oder beleidigend doof erzählt wird, kann ich mich oft damit anfreunden. Ein paar Folgen lang lief es gut zwischen Kurokami und mir, dann haben wir uns auseinandergelebt. Übrig blieben nur ein wenig Ärger über das verschwendete Potential und der Ending-Song, der immer wieder den Weg in meine Playlist fand. Teikoku kommt eigentlich aus einer Ecke, mit der ich so gar nichts anfangen kann, aber Irodori no Nai Sekai ist eine angenehm einfache, wenig aufwändige Popnummer mit kleinen Elektrospielereien – ganz ähnlich wie die bestechend simple, irgendwo ganz reizende Idee für die ED-Animation. Ich mag sowas.

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10 | Chrome Shelled – Ai no Zuellni [Chrome Shelled Regios ED2]

Chrome Shelled Regios war dann wohl in etwa das, was ich von Kurokami erwartet hätte. Alles andere als Hochkultur, sicherlich, aber sehr unterhaltsam – und einer dieser Anime, für die man aus irgendeinem Grund einen soft spot hat. Ist der zweite Abspann schon an sich eine ganz hübsche Midtempo-Rocknummer, wird er durch die beiden B-Sides zu einem, den ich auch lange nach der letzten Folge gerne gehört habe. Das selbe Lied auch als Duett mit je einem Charakter aus dem Anime, und zwar in character, gesungen zu hören ist so charmant wie sympathisch.

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09 | Hekiyou Gakuen Seitokai – (~?~) Mousou Fetish (~?~) [Seitokai no Ichizon EDs]

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This is complete shit and the best thing ever. I love it. Its either no-budget fan-pandering shit or some kind of trippy post-modernist commentary on the state of consumerism in modern nerd culture. possibly both.

Recht hat der Mann, trifft den Nagel auf den Kopf. Seitokai no Ichizon hat einen Abspannsong für fast jede Episode. Respektive: Seitokai no Ichizon fand fast jede Woche eine neue Möglichkeit, den Abspannsong total zu versägen. Irgendwer quasselt immer dazwischen, fängt das falsche Lied an, improvisiert, singt knallhart am richtigen Ton vorbei oder einfach totalen Unsinn. Und das Beste daran: alle Versionen sind auf der Single. Da kann der Song an sich auch mau sein , die Aktion selber ist so herrlich Panne und konfus, dass man sie nur gernhaben kann.

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08 | school food punishment – futuristic imagination [Eden of the East ED]

Die Visuals sind das ganz, ganz große Highlight. Das Lied ist zwar auch recht gut, eine treibende Poprocknummer mit ordentlich Zunder, aber die Papercutting-Animation ist nicht nur innovativ, sondern auch irre gut gemacht. Wirklich großartig, wie da die Story im Scherenschnitt runtergerissen wird. Und prima Beleg dafür, dass hinter Eden of the East ein verdammt kreativer und fähiger Haufen steckt.

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07 | Yoko Hikasa & A. Toyosaki, S. Satou, M. Kotobuki – Don’t Say „Lazy“ [K-ON! ED]

K-ON! war insofern ärgerlich, als dass der Anime bei weitem nicht die Fähigkeiten KyoAnis ausreizen konnte. Dazu war die Vorlage einfach zu schwach. Aber immer dann, wenn man darüber hinaus gehen durfte, da konnte das Studio mit seinen Muskeln spielen. Die bemerkenswerte letzte Episode ist so ein Fall, aber auch das ED. Der Song ist wenn schon nicht textlich, dann aber musikalisch fein gemacht, und bei Animation und Design hat KyoAni einen klasse Job abgeliefert. Auch dadurch, dass sie die Charaktere OOC genommen haben. Man merkt: wäre es ihnen nur möglich gewesen, sie hätten gerne mehr draus gemacht.

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06 | Ceui – Centifolia [Aoi Hana ED]

Der Abspannsong von Ceui ist kein spektakulärer Ausklang, aber einer, der wunderbar abrundet. Musikalisch nimmt er auf, was Kuuki Koudan im Vorspann und Takefumi Haketa im Soundtrack vorgegeben haben, während die Animatoren von J.C. Staff lediglich auf die wunderschönen Artworks der Mangavorlage von Takako Shimura zurückgreifen. Das ist zwar ziemlich bequem und unaufwändig, aber die Artworks alleine machen das mit ihrer geschmackvollen Farbwahl mehr als nur wett.

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05 | Suara – Maiochiru Yuki no Youni [White Album ED1]

Wie schon beim Aoi Hana-Abspann zu sehen war: die Kombination aus weißem Hintergrund und farbigen Illustrationen ist recht beliebt. Bestmögliche Folie für eigenen Assoziationen eben. Auch die beiden EDs von White Album greifen auf diese Gestaltung zurück, doch zumindest während der ersten Serienhälfte wurde oft variiert. Die Animationen wurden öfters ausgetauscht, von Skizzen der Charaktere in Wasserfarbenoptik, auf die manchmal zurückgegriffen wurde, hin zu stark verfremdeten, sanft in den Grundfarben nachkolorierten Realaufnahmen. Hat was, und blieb eine schöne Erinnerung.

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04 | Mina – Misaki Meguri [Sora no Otoshimono ED2]

Ich musste an einen Urlaub in einem All-Inclusive-Hotel denken, vor langer Zeit. Horden von Bleichgesichtern belagerten das Buffet; der dicke Hotelkoch kam mit einem verächtlich-boshaften Grinsen aus der Küche, schüttete einen Riesenhaufen Pommes auf, auf den sich die Bleichgesichter stürzten, und murmelte im Weggehen „… unser täglich Pommes gib uns heute…“ – so ähnlich stelle ich mir das hier auch vor. Ihr wollt Fanservice? Da habt ihr Fanservice. Bis zum Anschlag. Der Anime war nichts für mich war, das wusste ich schon bald. Als ich über den zweiten Abspann gestolpert bin, kam ich aber kurz ins Schwanken. Wie bitte? Was sollen das sein? Und dann auch noch jetgetrieben? My fucking goodness.

Die Idee, pantsu in Schwärmen durch die Welt fliegen zu lassen, über Touristendestinationen und Savannenidyllen, Kriegsgebiete und Ozeane, ist so unfassbar absurd und ironisch, dass ich nur noch lachen konnte. Kurz dachte ich mir dann auch, vielleicht würde es sich ja doch lohnen, mal reinzuschauen… tat ich am Ende nicht. Vielleicht auch besser so, so bleibt mir nämlich das ED als großartige Parodie in Erinnerung, mit einem wunderbaren kleinen Popsong als Begleitung.

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03 | Suara – Akai Ito [White Album ED2]

Das Video mag etwas weniger kreativ sein, auch wenn die Artworks stilsicher komponiert und ansprechend gezeichnet sind, als typische Erinnerungsfotos aus Kindheit und Jugend der Charaktere. Das Lied ist dafür noch etwas besser . Die kraftvollere Instrumentierung steht Suara ausgezeichnet, gerade dann, wenn es etwas an Fahrt aufnimmt. Einer meiner meistgehörten Ending-Songs dieses Jahr.

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02 | Chara – Kataomoi [Kimi ni Todoke ED]

Charas eigenwillige Gesangstechnik muss man schon mögen. Und ich mag sie. Ihre angehauchte, aufgeraute Stimme ist toll und passt hervorragend zur traumwandlerischen Schönheit, in die Production I.G. da Sawako und Kazehaya zum Staunen hinschickt. Und das machen sie mit Genuss und mit Freude, in den schönsten, prachtvollsten Farben. Wirklich liebenswert.

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01 | Supercell feat. Nagi – Kimi no Shiranai Monogatari [Bakemonogatari ED]

Das beste Ending des Jahres ist eine reine Amateurarbeit. Naja, fast. Supercell ist eine lose Doujin-Gruppe rund um den Tausendsassa Ryo, die als virtuelle Band auf dem japanischen YouTube-Äquivalent Nico Nico Douga ihren Anfang nahm. Dort gewannen sie mit ihren selbst geschriebenen und animierten Videos für die pervers populäre Vocaloid-Ikone Hatsune Miku unglaublich an Popularität, bis sie sogar von einem Majorlabel – unter Wahrung ihrer Anonymität – unter Vertrag genommen wurden. Eines ihrer Videokonzepte, Black Rock Shooter, wird demnächst von Studio Ordet als vollwertiger Anime produziert wird.

Passt also nur, dass Supercell von Shaft für die Produktion eines Endings für Bakemonogatari angeheuert wurden. Shaft hat sich mich Bakemonogatari auf die Fahne geschrieben, bis ins letzte Detail durchgekliniert modern zu sein, cutting edge zu sein – und welche Band würde dazu besser passen als Supercell, die erste große einer ganz neuen Art?

Ryo schrieb eine umwerfende Popnummer, die seine Mitstreiter kongenial um- und in Szene setzten und die vom ebenfalls noch anonymen Nico Nico Douga-Sternchen Nagi gesungen wurde. Alles passt, Nagi zu Supercell, Supercell zu Ryo, das ED zum Anime, der Anime zum ED. Und wenn das alles so perfekt aufgeht, steht am Ende nun mal das besten Ending 2009.

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