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Review: Nyan Koi!

2010-01-27

Nyan Koi! hatte auf den ersten Blick so gar nichts, was mich ansprach. Die Promobilder mögen ganz hübsch gewesen sein, aber Harem-Anime fand ich schon öde, da hatte ich Love Hina noch nicht mal zu Ende geschaut. Zwar wird man diese Erzählstandard nie wirklich los, weil er sich überall eingeschlichen hat (vgl. die Proliferation von moé-Elementen in jüngere und jüngste Anime); aber das heißt noch lange nicht, dass man sich die volle Dröhnung geben muss.

In geringerer Dosis kann die Entscheidung, einen avatargleichen (nicht blauen… zum Protokoll, der Film war furchtbar) Protagonisten mit drei bis unendlich vielen love interests zu versehen, durchaus seinen Reiz haben. Anime wie Seto no Hanayome oder Hayate no Gotoku! sind dem Grundsatz nach Komödien, und zwar richtig gute, doch Nagasumi und Hayate haben eben auch eine üppige weibliche Gefolgschaft. Was aber nicht schlimm ist, weil das erstens nicht im Kern steht und zweitens prima mit dem mehr (Seto) bis weniger (Hayate) durchgeknallten, zumeist aber richtig gut gemachten Humor verquirlt wird.

Als ich Nyan Koi! etwas später einen zweiten Blick gönnte,war ich aber schnell bereit, doch noch einen Test zu wagen. Denn das Seto-Studio AIC sollte die federführende Produktion übernehmen, während Regisseur und Drehbuchautor von Hayate, Keiichiro Kawaguchi und Shinichi Inotsume, den Manga adaptieren sollten. Und tatsächlich brachten sich die Macher vor allem in den ersten Episoden spürbar ein, was mir richtig gut fiel. Aber das anfängliche Wohlwollen sollte, je weiter der Anime fortschritt, rasch schwinden.

Junpei ist in Kaede verknallt, aber die ist unerreichbar; er ist außerdem auf Katzen allergisch, was seine Schwester und seine Mutter nicht davon abhält, mit der dicken Nyamsus eine Hauskatze zu halten; und dann schlägt er der Statue einer Katzengottheit unglücklich den Kopf ab und wird mit einem Fluch belegt, denn wenn er nicht in absehbarer Zeit einhundert Katzen hilft, wird er selber zu einer. Und damit an sich selbst ersticken, was ihm nachvollziehbarerweise nicht gerade sehr erstrebenswert erscheint. Reichlich miese Ausgangslage also, die durch allerhand obligatorisch-zwischenmenschliche Missverständnisse und unglückliche Zufälle nicht gerade besser wird.

Nein, sehr reizvoll klingt das seiner Zusammenfassung nach wie vor nicht, aber letztlich kommt es ja auf die Umsetzung an. Und die geht in den ersten paar Episoden richtig gut auf. AIC serviert eine blendend gut aussehende Produktion ab, und das betrifft nicht unbedingt die gute, aber nicht herausragende Animation, sondern die wirklich attraktiven, sauberen, farbenfrohen Designs. Und das halten sie, bis auf wenige arg holprig animierte Sequenzen, konsequent bis zum Ende auch durch. Nyan Koi! ist fraglos richtig hübsch geraten.

Die Inszenierung profitiert von Kawaguchi und Inotsume und ihrer Arbeit an Hayate, denn einer tendenziell immer ins Kitschige, peinlich Gewöhnliche abdriftenden Story wie dieser können sie anfangs noch fast schon brachialen, überdrehten Humor und trockene Ironie entgegensetzen. Sie arbeiten auch gerne stellenweise mit karikaturhaften, expressiven Stilwechseln, die im besten Sinne an Seto no Hanayome erinnern, und machen damit grundsätzlich alles richtig, selbst wenn die Prämisse von Nyan Koi! einen nicht unbedingt umhaut.

Doof allerdings, dass Nyan Koi! irgendwann von Nyan Koi! eingeholt wird, also der Anime vom Manga. Denn der gibt den Takt vor – oder vielmehr, er tut es nicht. Stattdessen pfropft er immer weiter beliebige Charaktere über die Story, und führt letztere eigentlich nirgendwohin. Der Manga von Sato Fujiwara tingelt völlig unentschlossen durch die Gegend, lässt vorher eingeführte Elemente kommentarlos fallen, und verläuft sich letzten Endes völlig in der Beliebigkeit, irgendwo zwischen Harem, Ecchi und allzu seichtem Humor.

So ergeht es bald auch dem Anime. Alle halbe Episode wird ein neues Mädchen eingeführt vorgeführt, Junpei in irgendeine Misslichkeit verstrickt, irgendwer läuft rot an, ein paar Katzen nölen durch die Gegend, und am Ende kratzt man sich am Kopf und fragt, wo das Ganze eigentlich hin will. Denn die Katzenkiste taugt gerade mal als Aufhänger und wird nur sporadisch immer mal wieder aufgegriffen. Außerdem haben weder die Romanzen was vom Humor, noch hat der Humor was von den Romanzen. Es ist einfach nicht mehr interessant.

Und so kommt es irgendwann dazu, dass Nyan Koi! in seinem Bemühen, witzig zu sein, anfängt hohl zu drehen, nebenher aber noch sein Harem verkaufen muss. Was aber nicht klappen kann, weil die meisten Charaktere nicht nur ziemlich flach sind, sondern das auch noch plakativ unter die Nase reiben. Besonders übel sind mir da die Zwillinge in Erinnerung, ein einfallslos geschriebenes Tsundere/Yandere-Gespann; aber hey, immerhin tragen sie Strapse. Nyan Koi! zielt auf die einfachen Punkte, die billige Triebbefriedigung, was in einem Harem natürlich besonders wenig Mühe erfordert. Einfach eine Schwimmbadepisode einschieben, schwupps darf die Kamera über ein Dutzend Möpse schwenken. Rrrr.

Viel gibt das nicht her, und das, was es hergibt, verliert rasch an Reiz. Das Team ist zum Einen unterfordert, weil es an anderer Stelle schon zeigen konnte, wie man gekonnt mit einem Harem arbeiten und dieses für die Story nutzbar machen kann; zum Anderen ist es aber überfordert, weil das mit dieser mauen Vorlage nicht umsetzbar ist. Weswegen der Anime leider irgendwann ausfranst und viel von seinem anfänglichen Esprit auf dem Weg liegenlässt. Nyan Koi! ist zwar gerade noch okay, aber ich denke, das reicht mir von dem Genre für’s Erste wieder. 5/10

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One Comment leave one →
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