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Spring Season 2010 Preview

2010-03-16

Yare yare. Terminlich neigt sich der Winter dem Ende zu, auch wenn der Schnee, nach einer boshaft kurzen Pause, wieder die Einfahrten verstopfte und erst so langsam abtaut. Aber es kann sich ja nur noch um Wochen handeln. Die ausgehende Fernsehsaison ist quantitativ erwartungsgemäß eher schmal ausgefallen und zeigte sich auch qualitativ durchwachsen. Durarara!! und Nodame Cantabile: Finale haben bislang nicht enttäuscht, So Ra No Wo To wird sich aber mehr Kritik als erhofft anhören müssen, auch wenn ich weitestgehend doch zufrieden bin und die letzten Episoden noch wesentlich sein werden. Der Rest… naja.

Allein vom Umfang her wird der sich rasch anbahnende Fernsehfrühling die Wintersaison sicherlich in den Schatten stellen, folgt man des Chartfags altbewährter visueller Vorschau. Aber: Masse, Klasse, etc., natürlich. Dennoch sehe ich eine ganze Latte an Titeln, die mich mehr bis minder stark interessieren, in jedem Fall aber angetestet werden. Schuld daran ist unter anderem die Aufstockung des noitaminA-Slots bei Fuji TV, der ab April nach dem angestammten Sendeplatz (Donnerstagnacht, 24:45) gleich eine zweite Sendung ausstrahlt. Und dass, da im zivilen Leben wohl eine der stressigsten Zeiten meines Lebens bevorsteht. Aber den Teufel werde ich mich tun und mich über zu viele gute Anime beschweren. Dennoch/Also: Yare yare.

Es folgt meine Merkliste für den April und nordwärts, mehr oder weniger geordnet nach vermuteter Güte. Die Daten beziehen sich in der Regel auf die früheste Ausstrahlung, da Anime in der Regel auf weit mehr als nur einem Sender laufen, allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Die zweite Staffel von K-ON! läuft übrigens bei handgezählten 28 Stationen. Pfft.

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Senkou no Night Raid [ANN][AniDB][HP][PV]

A1 / 12 Eps / 2010-04-05 /TV Tokyo / 25:30

Vieles ist schon gesagt worden. Senkou no Night Raid ist ein Spionagethriller, der im Shanghai der Zwischenkriegszeit spielt. Eine Gruppe von japanischen Spionen steht im Mittelpunkt des Anime, der den zweiten Beitrag zum Anime no Chikara-Projekt darstellt; nach So Ra No Wo To soll nun Senkou no Night Raid bewährte Erzählstrukturen neu ausloten und einer weiteren Reihe Kreativer ermöglichen, sich in einem eigenen Anime zu verwirklichen, ohne sich vor lauter Adaptieren einen Buckel zu holen.

Ob das funktionieren wird, steht natürlich in den Sternen, aber Grund für jede Menge Zuversicht ist allemal da. Alleine das faszinierende Setting kann schon die halbe Miete ausmachen, wenn die Produzenten es denn für sich zu nutzen verstehen. Auch das Sony-eigene Studio A1 hat schon einige technisch feine Anime animiert, und tatsächlich sehen die ersten Promo-Ausschnitte reichlich gut aus. Einzig hinter dem Storytelling, mit dem dieser Anime steht und fällt, ist noch ein großes Fragezeichen; bin aber guter Dinge, dass in diesem fruchtbaren Umfeld ein richtig guter Anime entstehen kann.

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Rainbow [ANN][AniDB][HP]

Madhouse / ?? Eps / 2010-04-06 / Nihon TV / 24:59

Das Projekt Rainbow lag den Beteiligten wohl schwer auf dem Magen. Die Adaption von George Abes und Masasumi Kakizakis bitterem Seinen-Manga, der die Schicksale einiger jugendlicher Rabauken nachzeichnet, die in den 1950er Jahren in einer Besserungsanstalt bestialisch misshandelt werden, umgeben von päderastischen und sadistischen Aufsehern, war lange, sehr lange in der Schwebe. Schon vor einem Jahr sollte der Anime anlaufen, wurde Season um Season verschoben, bis es jetzt tatsächlich soweit sein soll.

Und auch jetzt noch gibt es keine Previews, keine Promobilder, nichts. Doch vor kurzem wurde endlich angekündigt, welches Studio überhaupt die Produktion übernehmen wird – es werden die renommierten Animatoren von Madhouse sein, die sich unter Anleitung des recht unbeleckten Regisseurs Hiroshi Koujina sowie eines Veteranen unter den Drehbuchautoren, Hideo Takayashiki (u.a. Ashita no Joe, Maison Ikkoku, Phoenix) für die Produktion veranwortlich zeichnen lassen werden. War Rainbow durch seine Geschichte schon ein an sich interessanter Titel, wird er in Kombination mit Madhouse stante pede zum Anwärter auf viel, viel Größeres.

Ein wenig scheue ich mich, angesichts des quasi inexistenten Preview-Materials Rainbow als einen der potentielles Anime des Jahres anzukündigen, und ein wenig habe ich immer noch Angst, dass er urplötzlich wieder verschoben werden könnte. Aber Rainbow hat alles an der Hand, um fantastisch zu werden, eine erwachsene, unangenehme, dreckige, schmerzhaft aktuelle Geschichte um Missbrauch und Gewalt gegenüber Schutzbefohlenen – und ein kompetentes Team im Rücken, dem ich zutraue, der Geschichte gerecht zu werden. Hoffe, ich habe Recht.

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Sarai-ya Goyou [ANN][AniDB][HP][PV]

Manglobe / 11 Eps / 2010-04-15 / Fuji TV / 25:15

Schon im November letzten Jahres war ich guter Dinge, dass in Sarai-ya Goyou ein ausnehmend guter Anime steckt. Zu gut die Eckdaten: Vorlage von Natsume Ono, Adaption durch das Studio Manglobe, Ausstrahlung auf noitaminA. Der Trailer hat mich nur noch zuversichtlicher gestimmt – erstaunlich, was für ein gutes Händchen Manglobe darin erweist, den eigenwilligen, ikonischen, kantigen Stil von Ono für die Bildschirme aufzubereiten. Mehr noch: die Ästhetik mit den starken Farben und Farbkontrasten und den leicht abstrahierten Hintergründen wirkt geradezu kongenial.

Der Trailer verrät aber auch, wie sich die Erzählweise anfühlen wird. „The House of Five Leaves“, so der englische Titel, wird sich auf die Beziehungen zwischen den fünf im Mittelpunkt stehenden Charaktere konzentrieren. Wenn das mit ebenso viel Gefühl und Charme wie bei Ristorante Paradiso geschieht – wonach es definitiv schon aussieht -, und Manglobe dem visuellen Stil aus dem Trailer konsequent folgt, dürfte Sarai-ya Goyou einer der besten Anime der Season werden.

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Heroman [ANN][AniDB][HP][PV]

BONES / ?? Eps / 2010-04-01 / TV Tokyo / ??:??

Zumindest eines ist klar: Heroman wird wunderbar anzuschauen sein. BONES gehört definitiv zu den fähigsten Studios Japans, kaum ein Anime, der nicht mindestens überdurchschnittlich, zumeist aber großartig bis fantastisch aussieht. Xam’d etwa war ein absoluter Leckerbissen. Heroman wird da kaum aus der Rolle fallen, im Gegenteil – das, was hinter dem Projekt steckt, wird nämlich ordentlich Budget reingebuttert bekommen haben.

Heroman ist insofern ein Experiment, als dass die Story – und die Initiative – auf Stan Lee zurückgeht. Auf den Stan Lee, der sich zum Beispiel Spider-Man und X-Men als Referenzen in den Briefkopf schreiben kann. Heroman scheint sein Versuch zu sein, die Ästhetik der amerikanischen Superheldencomics mit dem japanischen Phänomen der Superroboter zu vermählen – mit einem entschieden amerikanischen Touch. Das ist sicherlich interessant, auch wenn der fürchterliche College Rock-Verschnitt aus dem Trailer ein wenig zu befürchten gibt, dass uns eine arg cheeseburgerhafte, penetrante Version der Staaten vorgesetzt wird, und ich Stan Lee eigentlich nicht sonderlich leiden kann. Trotzdem: wird geschaut, der reine Novitätenfaktor sollte die potentiellen Abtörner eigentlich übertrumpfen.

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Yojo-han Shinwa Taikei [ANN][AniDB][HP][PV]

Madhouse / 10 Eps / 2010-04-22 / Fuji TV / 24:45

Ein wenig gewundert hat es mich schon, als es irgendwann mal hieß, im April würde auf noitaminA der nächste Anime des eigenwilligen Regisseurs, Animatoren und Ästheten Masaaki Yuasa laufen. Eh? Sollte das nicht Sarai-ya Goyou werden? Würde einer von beiden Anime über die Klinge springen müssen? Am Ende stellte sich aber heraus, dass tatsächlich beide laufen sollten, da noitaminA seine Sendezeit aufgestockt bekam und sowohl Sarai-ya Goyou als auch Yojo-han Shinwa Taikei ihren Platz finden werden.

Nekojiru-sou, Kaiba, Kemonozume, vor allem Mind Game haben Yuasa zu einem household name gemacht, der für teils ins Extrem gehende, visuell wie narrativ herausfordernde und stellenweise brillierende Anime steht, der Animation in all ihren Aspekten teils grundlegend anders versteht als der überwiegende Großteil der Branche. Auch Yojo-han Shinwa Taikei, die Erinnerung eines Studenten an seine Studienzeit, dürfte in die selbe Kerbe schlagen, selbst wenn die Drehbuchvorlage nicht von ihm stammt. Bin gespannt, womit er uns diesmal umhauen wird.

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Giant Killing [ANN][AniDB][HP]

DEEN / 26 Eps / 2010-04-04 / NHK-BS2 / 11:00

Ich habe durchaus einen Knacks für Sportgeschichten in Anime und Manga. Klassische Shounen-Plots, in denen man durch harte Arbeit und Willen per aspera ad astra gelangt, funktionieren in dem Kontext eigentlich ganz prima, wenn auch teils arg formelhaft; treibt man gar zu lange Inzucht mit der Geschichte und ihren Mechanismen, kommt am Ende so grausiger Schmarrn wie die 2002er WM-Auflage von Tsubasa heraus. Überhaupt, Tsubasa war ja mal deutlicher weniger gut als die guten, alten Kickers

Passend zur WM wird NHK mit Giant Killing einen Fußball-Anime ins Programm nehmen. Die Manga-Vorlage, von der die ersten zwei Bände im Netz rumschwirren, folgt dem eigentümlichen Trainer Tatsumi bei seinem Vorhaben, mit unorthodoxen Methoden und viel Verve die Fahrstuhlmannschaft East Tokyo United zu einem veritablen Meisterschaftsanwärter zu formen. Dankenswerterweise verzichtet der Anime auf das eigentlich unausweichliche Schulgedöns, das fast jede Sportgeschichte unnötig verwässert, und steigt direktemang im Profifußball ein. Keine halben Sachen. Wenn der Anime den Witz und das Tempo des Manga anständig überträgt – wovon ich bei den technisch suboptimal begabten, erzählerisch aber fitten Leuten bei DEEN ausgehe, zu denen der wenig filigrane, comichafte Stil des Manga auch passt -, dann dürfte Giant Killing eine reichlich unterhaltsame Angelegenheit werden.

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Arakawa Under The Bridge [ANN][AniDB][HP]

SHAFT / 13 Eps / 2010-04-04 / TV Tokyo / 25:35

Kaum eine Season ohne Akiyuki Shinbo. Der Exzentriker, der SHAFT mehr oder weniger vorsteht, wird auch im Frühjahr wieder eine Geschichte shinboisieren – mit Symbolen zupflastern, dialogschwer machen, mit Metaebenen überstapeln, plakativ sexualisieren, mit schnippischer Sozialkritik anreichern. Hat er mit Sayonara Zetsubou-sensei etabliert, in Bakemonogatari prima gemacht; aber Dance in the Vampire Bund belegt, dass das nicht mit jedem Stoff klappen kann. Und irgendwann auch berechenbar, und ja, auch langweilig wird.

Allerdings liest sich Arakawa Under The Bridge auch deutlich eher wie genuines Shinbo-Material als Dance in the Vampire Bund. Das Schicksal führt einen aufstrebenden Geschäftsmann mit einem verspulten Mädchen zusammen, das unter einer Brücke lebt; hilarity ensues. Der Humor ist trocken und abgefahren, der grundlegende Plot bizarr, das Potential für Shinbo und seine Shinbomaschine also groß. Dürfte aber mit einiger Sicherheit auf meiner Liste landen, vorausgesetzt, der Anime hängt mir nicht ziemlich früh schon zum Hals raus.

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Angel Beats! [ANN][AniDB][HP][PV]

P.A. Works / 13 Eps / 2010-04-02 / TBS / 26:25

Lange ist’s her, dass mir ein derart konsequent auf die Fetische Bedürfnisse seiner angepeilten Zuschauerschaft angelegter Anime unter die Augen gekommen ist. Entweder ist er das oder ein postironischer Kommentar auf das Genre, aber das glaube ich nicht unbedingt. In Angel Beats! trifft sich eine Reihe von Schülern nach ihrem Ableben in einer Zwischenwelt, von wo aus sie sich aufmachen, Gott zu töten. Ganz konkret, mit Waffen und so. Eine wirklich krude Idee, Gun Porn meets moé-Slice of Life, wie sie so, vermutlich sogar ziemlich ernstgemeint, nur in Anime zu finden ist.

Dabei weiß Angel Beats! ganz genau, wo’s kopiert. Yuri, die Heroine, wird nicht von ungefähr wie die Cousine von Haruhi aussehen. Bei Strike Witches konnte man lernen, mit welcher pervertierten Freude am Detail Otakus sich zum Beispiel darauf stürzen, wenn mal Waffen im Bild sind. Und das mit der Mädchen-Band, die da mal im Bild ist… naja, wo wohl. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Angel Beats! nicht viel mehr als ein massiv verbrämter Clusterfuck ist – auch wenn ich ihm nicht absprechen will, dass er stellenweise Potential hat. Technisch etwa dürfte dank der Produktion von P.A. Works nichts anbrennen, im Gegenteil. Und vielleicht baut Jun Maeda ja auch eine derart beeindruckend zerschossene Geschichte zusammen, dass man trotzdem unterhalten wird. Kann ich nicht ausschließen, werde also ein Auge darauf werfen.

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Working!! [ANN][AniDB][HP][PV]

A1 / ?? Eps / 2010-04-04 / Tokyo MX / 23:00

„Preview“ würde es hier noch am besten treffen, schließlich ist die erste Episode schon vor kurzem vorab gesendet worden. Gesehen habe ich sie aber nicht. Aus keinem besonderen Grund eigentlich warte ich auf die reguläre Ausstrahlung, und das mit dem Warten ist auch noch mit recht viel gutem Willen gemeint. Working!! ist auf meinem Radar, weil ich gerne mal zur Abwechslung ein bis zwei eher leichtfüßige Komödien auf meiner Liste stehen habe, und da könnte der Anime durchaus so seine Qualitäten haben.

Ich hätte gerne, dass Working!! eine lockere und charmante kleine Serie wird – falls nicht, fliegt sie angesichts des dichtgestaffelten Programms ratzfatz aus der Liste. Gewisse Chancen sehe ich da schon, Sprecher wie etwa Daisuke Ono und vor allem Hiroshi Kamiya kann ich mir in ihren jeweiligen Rollen sehr gut vorstellen – auch wenn die Gefahr sehr groß ist, dass alles wieder auf die gängige Kiste mit moé und pantsu und whatnot reduziert wird. Naja, mal schauen.

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K-ON!! (S2) [ANN][AniDB][HP]

KyoAni / 13 Eps / 2010-04-06 / TBS / ??:??

Die zweite Staffel von K-ON! wird eine massiv zwiespältige Angelegenheit. Das bisschen, was uns schon in der ersten Staffel als Plot verkauft wurde, und die allenfalls leidlich interessanten Charaktere sind an sich völlig belanglos. Einzig die wirklich klasse gemachte Produktion von KyoAni hat K-ON! letztlich doch noch irgendwo ganz ansehnlich gemacht. Nun ist der Juggernaut des Vorjahres, einzig überschattet von Bakemonogatari, zurück. Wie abzusehen war angesichts des  kommerziellen Erfolgs.

An der Erfolgsformel wird sich wohl kaum etwas ändern, erneut wird sich KyoAni bemühen, die banale yonkoma-Vorlage auf die Bildschirme übertragen, erneut wird penetranter Quietschpop durch die Kanäle gejagt werden, und nur manchmal, vereinzelt, wenn die Geschichte es erlaubt und die KyoAni-Kreativen ein Stück weit vom Zügel lässt, könnte K-ON!! auch durch eigene Qualitäten glänzen. Insgeheim hoffe ich darauf, dass das vielleicht öfter passieren wird, glaube aber nicht daran und werde mir im April noch mal die Frage stellen müssen, ob’s das wirklich wert ist.

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Hakuouki [ANN][AniDB][HP]

DEEN / 13 Eps / 2010-04-03 / TV Kanagawa / 24:30

Puh. Hakuouki basiert auf einem otome game. Und in die Zielgruppe junger Mädchen falle ich nicht gerade, so viel sei verraten. Hakuouki kommt aber dennoch, wenngleich mit einer Klammer drumrum, auf meine Liste. Für das ausführende Studio DEEN habe ich sowieso in letzter Zeit so meine Sympathien entwickelt, und so weit in meiner Sexualität gefestigt bin ich dann doch auch, dass mich ein wenig Bewunderung für männliche Ästhetik nicht umpolt. Ristorante Paradiso hat mich auch nicht schwul gemacht.

Es wird aber trotzdem davon abhängen, wo der Anime den Strich ziehen wird zwischen otome und yaoi. Von boisu rabu lasse ich vor allem deswegen die Finger, weil ich diese notorische Hypersexualisierung nicht abkann – unabhängig davon, was genau in welches Loch gesteckt wird. Wenn DEEN die Klippe umschifft und die Story rund um die historisch interessante (was mich vor allem zu diesem Anime zieht) Shinsengumi-Einheit ansprechend aufbereitet, in die es Chizuru zieht, die Tochter eines niederländischen Arztes auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater – gerne, wieso nicht.

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SEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXSEXEin letztes noch – der liebgewonnene Gedächtnispreis für what the fuck, Japan geht in dieser Vorschau an B Gata H Kei.

Weite, sehr weite Teile heutiger Anime sind auf die ein oder andere Weise sexuell aufgeladen, kaum ein Titel kommt mehr ohne eine mehr bis meistens eher weniger subtile Thematisierung von Sex aus. Bakemonogatari etwa sprüht nur so vor latenter Erotik, was ja auch hingeht, Sex kann durchaus völlig legitim Gegenstand einer Komödie sein. Kann man hinnehmen.

Was man aber nicht hinnehmen muss: dass einem – um beim Sujet zu bleiben – der Humor mit dem Holzhammer den Arsch raufgebolzt wird. B Hata H Kei ist die Geschichte einer Mittelschülerin (so nebenbei: zwölf bis 15 Jahre alt), die mit hundert Jungs schlafen will. Dass sie es am Ende dann doch nur auf einen einzigen abgesehen hat und natürlich weder sie noch er je zum Schuss kommen – meinetwegen. Wird vielleicht sogar ganz witzig geschrieben sein, hinter dem Anime steckt ein renommiertes, wirklich beachtenswertes Team, das auch schon Welcome to the NHK produziert hat.

Aber diese Art von an sich vielleicht nicht schlechten Anime, die aber bis zum Erbrechen vollgestopft sind mit sexuellen Reizmotiven und Innuendos und penetranter (heh) Dauerkoketterie, bedienen eine Form desVoyeurismus, wie sie mir besonders zuwider ist. Weil sie so etwas wie eine Grundqualität verschützen, die – wie gesagt – meinetwegen auch gerne da ist – aber im Grunde genommen nur als Plattform dazu dient, wieder einmal davon träumen zu dürfen, eine Pubertierende zu vögeln. Leicht verklausuliert und kaschiert, was das Ganze noch schlimmer macht. Und weil B Gata H Kei nun wirklich nicht der erste und einzige Anime ist, bei dem mir das derart aufstößt: fuck you, Japan, fuck you.

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