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Madhouse produziert Supernatural-Adaption; escapistolero verwirrt, verschreckt, verstört

2010-06-10

Ich mochte ja Gilmore Girls. Vor allem die ersten drei Staffeln. Feine, gewitzte, charmante Serie, hat mir damals meine Nachmittage versüßt. Danach wurde sie sukzessive schwächer, und als dann ihre Erfinderin Amy Sherman-Palladino gefeuert wurde, war’s das leider für mich; die letzte Staffel habe ich nie gesehen. Aber die ersten drei Staffeln, die waren und sind und bleiben fein.

Eines der Dinge, die mich allerdings schon damals gestört haben, war: Dean. Eine nichtssagende Figur, schwach angelegt und gespielt, von Jess mal so was von verdient in den Schatten gestellt… aber lassen wir das. Er verschwand dann im gleichen Maße in der Versenkung, in dem Rory sich zur unsympathischen Collegetusse wandelte; das war’s auch fast wert.

Umso erschrockener war ich eines Abends, viel später, als ich mich gelangweilt durch die deutsche Fernsehlandschaft wühlte und plötzlich Jared Padalecki sah, selbe Frisur, selber Gesichtsausdruck (ein moderner Sylvester Stallone?), nur dass er diesmal nicht aus dem Rahmen fiel. Supernatural hieß die Serie, an die ich da geraten war, und sie war der Eimer für Padaleckis Arsch, wie mir die drei, vier Episoden, bei denen ich dann und wann hängen blieb, zeigten. Da konnte auch er nichts weiter kaputt machen. Passt, zufrieden mit der Welt weitergezappt.

Fast forward, noch viel später: escapistolero kommt nach einem viel zu langen Tag nach Hause, schält sich aus dem durchgeschwitzten Hemd und verdrückt sich mit einer reichlichen Schale Erdbeeren vor den Rechner, um besagten Tag noch irgendwie zu retten. Plötzlich, kognitive Dissonanzen:

Neuer Madhouse-Anime angekündigt – fuck yeah.

22 Episoden – fuck yeah.

Regie von Shigeyuki Miya und Atsuko Ishizuka – fuck yeah.

Adaption von Supernatural – fuck yWAS?

Und mit jedem mal, mit dem ich die Nachricht lese, schwillt das Rauschen im Kopf an. Madhouse ist völlig zu Recht eines der renommiertesten und gefeiertsten Anime-Studios, sei es als Hausstudio von Satoshi Kon und Mamoru Hosoda und Masaaki Yuasa, sei es als Spezialist für anspruchsvolle Stoffe (Monster, Mouryou no Hako, Aoi Bungaku,…), sei es einfach auch als Ausdruck der Wertschätzung für die technische Beschlagenheit und zeichnerische Kunstfertigkeit seiner Animatoren. Sogar ihre koreanischen Inbetweener sind die besten ihrer Branche!

Und sowohl Shigeyuki Miya als auch Atsuko Ishizuka haben mit ihren Arbeiten für Aoi Bungaku Meisterstücke abgeliefert, wovon bei Miyas Kokoro vielleicht dessen eigene, brillante Erweiterung des Stoffes von Natsume Souseki am eindrücklichsten war, bei Ishizuka hingegen ihre unfassbar schiere und konsequent durchdeklinierte und zwingende Ästhetik in Kumo no Ito und Jigokuhen einen pausenlos bestürmte. Dass die beiden, gerade als Paar, gerade bei Madhouse und dazu noch gleich satte zwei cours an Anime produzieren dürfen, ist tatsächlich eine Nachricht, die einem den Tag retten kann.

Aber dass dieser Anime ausgerechnet Supernatural adaptieren würde… ich weiß nicht, wirklich nicht. Ich habe ein Grundvertrauen in Miya und Ishizuka und Madhouse, das fast schon unerschütterlich ist. Was sie da in Aoi Bungaku auf die Beine gestellt haben war nichts weniger als brillant. Natürlich kann fast alles, was darauf folgt, den Vergleich kaum Stand halten. Aber ich hätte gerne gesehen, wie es versucht wird. Selbst aus Supernatural kann man etwas herauszuholen, darauf hoffe ich und daran glaube ich auch. Ich werde es sicherlich anschauen. Mich auch darauf freuen zu dürfen wäre mir allerdings lieber gewesen.

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