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Summer Season 2010 Preview

2010-06-18

Ja, schmal ist sie. Anders als die bald zurückliegende, vergleichsweise massierte Frühjahrssaison, und auch anders als die Sommersaisonen der vergangen Jahre 2009 und 2008, nimmt sich die stets willkommene Vorschau vom Chartfag zur anbrechenden Summer Season doch recht schmal aus. Was nicht nur die Summe der neu anlaufenden Anime angeht, die in der V1 bescheidene 18 Serien umfasst und in einer eventuellen V2 kaum, wenn überhaupt, wachsen sollte.

Nein, das betrifft auch das Potential der Serien. Es ist kaum eine darunter, auf die ich mich halbwegs bedenkenfrei freuen kann. Vielleicht wäre die zweite Staffel von Sengoku Basara eine gewesen, hätte ich die erste geschaut; hat mich nicht gereizt, auch wenn ich nicht weiß, ob ich mit dem Verzicht einen Fehler gemacht habe. Strike Witches ist ein ähnlich großer – größerer sogar – Name mit ebenfalls einer zweiten Staffel am Start; worüber ich allerdings keine Träne verliere.

Die knappe Vorschau muss allerdings nichts Schlechtes sein. In einer Hinsicht ist es das zwar – wer möchte nicht gute Anime sehen? -, in einer anderen aber gibt es schließlich immer noch den Backlog, der einen vorwurfsvoll anstarrt. Mein Backlog ist nicht gerade gering, man nehme sich nur die Liste der gefühlt verpassten Anime im vergangenen Jahr vor. Insofern werde ich den Sommer nutzen, die Nachzügler der allmählich auslaufenden, soliden (und stellenweise fantastastischen) Spring Season abzuarbeiten, endlich ein paar dringende Titel von meiner Agenda zu streichen und, so nebenbei, den ein oder anderen vielleicht tatsächlich ansehnlichen Anime des Sommers eintröpfeln zu lassen. Einige Serien stelle ich unter Beobachtung; die ein oder andere sollte hoffentlich für mich abfallen.

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Shiki [ANN][AniDB][HP][PV]

Daume / 22 Eps / 2010-07-08 / Fuji TV

Eine Wundertüte. Für jedes gute Argument finde ich mindestens ein schlechtes. Um mit den hoffnungsvollen zu beginnen: Shiki (in seiner Lesart 屍鬼 als Leichendämon) entstammt der Feder Fuyumi Onos, die in ihren Juuni Kokki eine kompetente Fantasygeschichte schrieb, die erstens Vorlage war für einen in Fankreisen teils kultisch verehrten Anime und zweitens in Deutschland zu arg stolzen Preisen bei Tokyopop erscheint. Shiki ist außerdem ein noitaminA-Anime, ganz grundsätzlich ist also Optimismus nicht unangebracht und oft auch nicht unberechtigt (übrigens der einzige in der kommenden Season, der zweite Slot ist für die Live-Action-Adaption von Moyashimon reserviert).

Daume als ausführendes Studio hat zwar eine auf den ersten Blick nicht gerade anspringend gute Vita, aber immerhin etwa in Texhnolyze und der ersten Staffel von Minami-ke gute Arbeit abgeliefert und mit Aniplex eine Bank im Rücken. Und der Trailer hat auch durchaus so seine stimmigen Stellen: Shiki könnte also ansprechend wohligen Grusel liefern, bei aller Unkreativität im Setting: sommerliche Hitze in einem kleinen Dorf, mysteriöse Epidemie, mysteriöse Zuzügler und, nicht zu vergessen, Mythengestalten (in diesem Fall Vampire) und übernatürliche Phänomene.

Im Trailer lassen sich neben diesen stimmigen Szenen aber auch schon Dinge ausmachen, die nicht unbedingt begeistern. Das Charakter-Design ist arg einfallslos und überzeichnet und könnte der Atmosphäre schaden. Regisseur wie Autor sind zwar teils lange im Geschäft, haben aber keine beeindruckenden Referenzen in der Hinterhand. Und Gackt spricht eine Hauptrolle. Gackt. Ugh. Trotzdem, einer der interessanteren Titel ist Shiki auf dem Papier sicherlich, und noitaminA kann man auch ruhig mal Kredit einräumen.

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Seikimatsu Occult Gakuin [ANN][AniDB][HP][PV]

A1 & Xebec / 13 Eps / 2010-07-05 / TV Tokyo

Meine anfängliche Zuversicht für das Anime no Chikara-Projekt von TV Tokyo und Aniplex hat sich etwas gelegt. Weder So Ra No Wo To noch Senkou no Night Raid, soweit man das beurteilen kann, haben sich, bei aller Qualität in gewissen Details und Hinsichten, schlicht nicht als so gut herausgestellt, wie sie sein wollten und konnten. Weswegen Seikimatsu Occult Gakuin auch nicht gerade uneingeschränkte Freude meinerseits widerfährt, was mir angesichts der wüsten, kruden Melange an allem Möglichen und Unmöglichen auch so schwer gefallen wäre.

So einiges kommt in diesem Anime zusammen, in dem die garstige Tochter, circa Archetyp Tsundere, und ein schussliger Zeitreisender in einer Schule zusammentreffen, die bedarfsgerecht auch Studien am Okkulten anbietet, ist sie doch heimgesucht von eben jenen Phänomenen. Nicht die geringste Ahnung, wie ich mich da einnorden soll, das werden die ersten Episoden zeigen; auch, weil sich in Tomohiko Ito ein Regisseur verantwortlich zeichnet, der immerhin bei Mamoru Hosoda in die Lehre gegangen ist (Assitenzregie bei TokiKake) und der Autor Seishi Minakami an illustren Serien wie Boogiepop Phantom, Shigurui und Paranoia Agent mitgewirkt hat. Wer weiß, was rauskommen wird, wenn man das alles reinsteckt. Auch hier: eine Wundertüte.

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Highschool of the Dead [ANN][AniDB][HP][PV]

Madhouse / ?? Eps / 2010-07-05 / AT-X

Vorweg: den Manga lese ich nicht, und er reizt mich auch nicht. Ich kann mir vorstellen, worum es geht und wie es erzählt wird. Die (anscheinend sehnlichst erwartete) Anime-Adaption nehme ich trotzdem in meine Liste auf, auch wenn sie es mir nicht einfach macht.

Auf der einen Seite steht das famose Studio Madhouse, das einen seiner Hausregisseure (Tetsuro Araki, u.a. Death Note, Kurozuka) abstellt und wohl auch, wie üblich, in Sachen Animationsqualität die Muskeln wird spielen lassen. Auf der einen Seite steht die Story und wie sie sich selber versteht; penetranter Fanservice und Blut.

Das Setting hat durchaus seinen Reiz, der etwa bei Romero, dessen Werke Pate für den Namen dieses Anime standen, fein ausexerziert wird. Im Trailer allerdings erwartet mich eine Parade an wogenden Titten und Quotenpantyshots – nicht gerade meine Leib- und Magenstandards. Eigentlich gar nicht. Weswegen ich wie leider allzu oft in letzter Zeit mit einem zwiespältigen Gefühl an den Anime gehen werde; Heroman etwa ich auch fallengelassen, selbst wenn er von Bones war. Dürfte wohl auch hier wieder passieren.

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Seitokai Yakuindomo [ANN][AniDB][HP][PV]

GoHands / 13 Eps / 2010-07-03 / TV Kanagawa

Sieht nach total banalem Nonsense aus und ist es wahrscheinlich auch. Allerdings habe ich das auch von Seitokai no Ichizon im letzten Jahr gedacht, und der Anime hat sich jenseits seiner (zugegeben doofen) Oberfläche als erstaunlich gut und kompetent und amüsant gemacht entpuppt. Der Trailer alleine hätte mich sicher nicht dazu bewogen, den Anime zu schauen.

Deswegen gebe ich Seitokai Yakuindomo eine Chance. Das Setup ist fantasielos und bedient auch die üblichen sexuellen Reize, kann aber trotzdem – wie erwähnt – funktionieren, immerhin scheint es auch ein paar mit trockenem Humor heruntergespielte SD-Sequenzen zu geben, die ein wenig Hoffnung machen, dass auch in Seitokai Yakuindomo mehr steckt. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist.

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Ookami-san to Shichinin no Nakama-tachi [ANN][AniDB][HP][PV]

J.C. Staff / 13 Eps / 2010-07-01 / AT-X

Aaah, es wird immer schwerer, noch Motivation aufzutreiben. Hab’s ja schon bei Seitokai Yakuindomo kaum geschafft. Ookami-san hat haufenweise schlechte Zutaten. Der eine kleine Metamoment im Trailer, in dem sich Ryouko über die uncharmante Kommentierung aus dem Off beschwert, wird um ein vielfaches aufgewogen von, naja, allem anderen.

Und um es erledigt zu haben: Ryouko sieht aus wie Taiga, nur größer. Ist auch eine Tsundere, wie es sogar der Off kommentiert (wenig elegant); kann einzig durch Shizuka Itou (Hinagiku in Hayate) womöglich ein bisschen an Charme gewinnen. Die anderen Charaktere wird man wohl von vornherein knicken können. Außerdem: aus dem Setting (einem Verschnitt verschiedenster Märchen?) kann man was machen, selbst wenn es nicht danach aussieht. Und stilistisch wie qualitativ ist das auch übliche J.C. Staff-Kost, was nicht mal das Übelste sein muss. Aber aller Voraussicht nach wird der Anime trotzdem nichts weiter als eine (unter-)durchschnittliche Liebeskomödie mit fadem Humor sein.

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Amagami SS [ANN][AniDB][HP][PV]

AIC / 13 Eps / 2010-07-01 / TBS

Argh, was mache ich hier. Kann’s an diesere Stelle so gut zugeben wie überall auch: ich will eigentlich nur eine halbwegs anständig lange Liste vollkriegen. Amagami SS ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit flachgeistig bis zum Anschlag, oder zumindest eilt ihm dieser Ruf voraus und ich sehe wenig, was daran etwas ändern könnte.

Einzig, vielleicht, der etwas andere narrative Ansatz könnte interessant sein; anders als die stets und chronisch überfrachteten anderen Harem-Anime wird Amagami SS strenger teilen: ein, zwei, drei Episoden je Heroine, und zwar nur und ausschließlich für sie, danach setzt es den Reset. Nett. Auch wenn die meisten eigentlich nur auf Kaoru „Sex Hair“ Tanamachi warten (die im Trailer auch gleich an des Hauptcharakters Ohr herumnibbeln darf). AIC dürfte das Ganze nett in Szene setzen, der Stil ist immerhin so halbwegs attraktiv. Glaube trotzdem nicht, dass ich positiv überrascht werde, dazu wirkt diese multiple Liebesgeschichte jetzt schon viel zu triebgesteuert.

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Osaka Hamlet stünde prinzipiell auch auf meiner Liste und wäre dabei in meinen Erwartungen relativ weit oben anzusiedeln gewesen. Leider ist seit der Ankündigung im März nicht mehr viel passiert; die Homepage ist abgeschaltet, weder AniDB noch Anime News Network haben Übersichtsseiten angelegt. Sieht nicht so aus, als ob ich mich an diesem Anime in diesem Sommer delektieren könnte; dabei erinnert mich der Stil des Promo-Posters angenehm an Noramimi, und ich stehe auf diese Art von Humor… schade.

Mich würde wundern, wenn sich auf meiner Liste zu Giant Killing und K-ON!! und (this fresh in!) Rainbow, die allesamt zwei cours umfassen und damit auch noch im Sommer laufen werden, allzu viele neue Anime gesellen werden. Aber okay. Der Backlog, wie erwähnt. Abzuarbeiten gibt es genügend, und im Herbst wird es unter anderem mit Kuragehime und Deadman Wonderland und Iron Man auch wieder mehr Stoff geben. Pünktlich dann, wenn auch ansonsten wieder mehr Arbeit anrückt. Yay.

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4 Kommentare leave one →
  1. 2010-06-22 16:20

    Ohje, das sieht ja mal ganz mau aus…
    Naja, zum Trost stehen dafür dieses Jahr aber noch ein paar vielversprechende Filme auf meiner Liste. Ich warte u.a. noch auf Hitoshi Matsumotos „Symbol“ (bisher mangels einer englisch untertitelten Veröffentlichung noch nicht gesehen), Mamoru Oshii’s „Assault Girls“ ist sicher auch ’nen Blick wert und „Welcome To The Space Show“ könnte auch noch für ’ne positive Anime-Überraschung gut sein.
    Außerdem will ich FMA-Brotherhood noch komplett nachholen, so werd ich die Zeit schon irgendwie rumkriegen.

  2. Arigatōr permalink
    2010-07-20 19:15

    Ich bin auf deinen Blog Anfang Mai aufmerksam geworden, weil ich damals auch beim Trickfilm-Festival in Stuttgart ( Master-Studium hier aufgenommen) die ‚Eden of the East‘-Kinofilme angesehen habe. Damals war mir gar nicht bewusst, dass der zweite Film tatsächlich zum allerersten Mal außerhalb Japans gezeigt wurde, also hatte ich mir den dummer Weise nur bis zur Hälfte angesehen, da ich unbedingt den Vortrag des Disney-Zeichners Bruce Smith besuchen wollte (der dafür alle Erwartungen übertroffen hat und wahnsinnig unterhaltsam war). Als ich dann entdeckt habe, dass erst in ein paar Monaten mit der BluRay-Veröffentlichung und entsprechend mit Fansubs des zweiten EoE-Films zu rechnen ist, hat mich deine Kritik des Films ziemlich beruhigt, da ich das Gefühl hatte, nicht so viel verpasst zu haben (nachdem ich den ersten ja komplett und den zweiten zur Hälfte gesehen hatte, teile ich deine Meinung absolut, dass die Filme eher wie lange Serienfolgen anmuten und das nicht gut funktioniert).

    Wollte jetzt jedenfalls mal loswerden, dass ich von deinem Blog ziemlich begeistert bin!
    Die Neuigkeiten aus der Animé-Welt, auf die du regelmäßig hinweist, sind echt interessant und deine Beiträge klasse geschrieben! Habe mir schon aufgrund deiner Rezensionen von ‚So Ra No Wo To‘ und ‚Ristorante Paradiso‘ vorgenommen, diese bei Gelegenheit mal anzusehen. Die von dir beschriebenen Phänomene des „Abarbeitens“ vom Serien-Stau und des ersten-paar-Folgen-Checkens kenne ich nur zu gut, aber nachdem ich letzte Woche ‚Aoi Bungaku‘ angesehen habe und absolut begeistert war und mich momentan ‚Sarai ya goyou‘ sehr gut unterhält, werde ich gleich, wenn ich mit letzterem durch bin, mal ‚Ristorante Paradiso‘ ausprobieren (der Zeichner soll ja derselbe sein).

    Auch wenn du in deinem letzten Blog-Eintrag zu ‚Shigurui‘ geschrieben hast, dass es erst mal zeitlich eng wird mit neuen Beiträgen will ich dich ermutigen: Weiter so, ich bin schon gespannt auf den nächsten Beitrag! Zu Sarai-ya goyou hattest du ja schon mal eine Preview geschrieben, bin gespannt ob du die Serie rezensierst!

  3. escapistolero permalink*
    2010-07-20 22:19

    @Groschi:

    Ah, Kommentar ganz übersehen, sorry! Tatsächlich bin ich von der Season eigentlich stellenweise angenehm überrascht – Shiki und Occult Gakuin sind gute Titel, und High School of the Dead ist immerhin unterhaltsam, wenn man den Anime als Camp schaut. Gar keine so üble Ausbeute.

    Den Sommer werde ich aber auch nutzen, um meinen Stapel an Asia-Filmen abzuarbeiten. Nicht unbedingt deine Nikkatsu Noir-Streifen, da habe ich wohl noch dringendere Bildungslücken – darf gar nicht schreiben, was ich so alles noch nicht gesehen habe…

    Auf Welcome to the Space Show bin ich reichlich gespannt, immerhin mal wieder Stoff von Koji Matsunari und Hideyuki Kurata… FMA Brotherhood hat mir großen Spaß gemacht, hoffentlich finde ich mal Zeit für eine Rezension. Kam allerdings nicht bei allen gleichermaßen an, aber wenn du der Story eh schon geneigt bist, wirst du auch deinen Spaß haben. Selbst wenn’s ziemlich viel auf einmal ist…

  4. escapistolero permalink*
    2010-07-20 22:27

    @Arigatōr

    Oh, herzlichen Dank :-). So ein Lob muntert mich ziemlich auf, kann ich gerade auch gut gebrauchen. Freut mich auch sehr, wenn du ein paar Anregungen mitgenommen hast – würde mich noch mehr freuen, wenn du auch tatsächlich deinen Spaß daran haben wirst.

    Aoi Bungaku war auch einer meiner liebsten Anime der letzten Jahre, toto, von vorne bis hinten. Eigentlich wollte ich schon lange etwas dazu schreiben, aber so wie ich mich kenne und weil ich demnächst noch die letzten Vorlagen, die ich noch nicht gelesen habe, verdrücken würde, dürfte das ziemlich ausarten… mal sehen. Ich habe prinzipiell vor, jeden aktuell laufenden Anime, den ich schaue, auch zu rezensieren. In den nächsten Monaten dürfte/sollte also so einiges kommen, wenn alles klappt.

    Ristorante Paradiso stammt tatsächlich von der selben Mangaka, Natsume Ono, wie Sarai-ya Goyou. Sieht man den Anime auch stark an, sehr markanter Designstil, und RisPara ist auch vom Storytelling her nicht unähnlich. Aber wenn du eher unübliche Anime eh schon magst, hast du gute Chancen, auch an dem Anime Gefallen zu finden 🙂

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