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Retrospektive 2010

2010-12-11

Unfassbar, wieder ein Jahr rum. Fühlt sich an, als ob ich erst… vor 12 Monaten so einen Text geschrieben hätte.

Aus dem Alter, als man sich noch wundert, dass jedes Jahr schneller und schneller an einem vorbeizieht, bin ich schon länger raus. Ich mache es mittlerweile wie die antiken Stoiker und zucke nurmehr mit den Schultern; paar graue Härchen im Bart ab und an sehen ja ganz distinguiert aus, nicht. Nur, seit mein Hausarzt umgezogen ist und in der neuen Praxis ein Fachapothekchen mit sackteuren hochwertigen Pflegemitteln aufgemacht hat, weist er mich immer öfter darauf hin, dass er da was hätte, während er grübelnd meinen Hinterkopf inspiziert…

Jedenfalls. Ein Jahr wie jedes andere in der langen Geschichte dieses Blogs. Gute Sachen, sehr gute Sachen, herausragende Sachen, aber auch viel Stangenware und Durchschnittskram. Wenn Anime tatsächlich stirbt, dann hält das Medium sich zumindest so zäh wie ein kettenrauchender Vietnamkriegsveteran, der noch immer ein paar vorlauten punk ass kids den Hintern versohlen kann ohne die Fluppe aus dem Mund nehmen zu müssen.

Mein etabliertes und eingespieltes Jahresrückblicksformat, man nehme nur das letztjährige Beispiel, behalte ich bei. Ich will versuchen, bis Jahresende die Nebenkategorien abzugrasen – also Musik, OPs und EDs. Letztere habe ich auf 15 Titel je Liste aufgebohrt. Zu den verpassten gesellen sich dieses Jahr auch die abgebrochenen Anime. Wenn es alles klappt, folgt im Januar totz scharfer Proteste der chinesischen Führung die Verleihung der renommierten Hauptpreise.

Ich werde wohl bis gut in den März hinein auch anderweitig beschäftigt sein werde, aber Ausgleich muss sein.

Kurz hatte ich erwogen, auch Listen zu schreiben, zu Musik, Filmen, Büchern. Dann kam mir in den Sinn, dass ich in diesem Jahr, im Gegensatz zu früher, sensationell selten im Kino war. Hat sich also erledigt. Außer Band neun von Wilhelm Heitmeyers Deutschen Zuständen (empfehlenswert) habe ich auch kein Buch aus diesem Jahr gelesen. Somit ebenfalls erledigt. Bliebe die Musik, mit der ich mich früher viel beschäftigt habe. Aber wiederum vor zu langer Zeit bin ich aus dem Zirkus ausgestiegen, als dass ich eine ansatzweise passable Liste aufstellen könnte. Eigentlich klappere ich eh nur noch meine alten Favoriten und deren Umfeld ab.

Die neuen Platten von A Silver Mt. Zion, Shearwater, Sage Francis, 65daysofstatic, Red Sparowes haben mich dabei etwas enttäuscht; andere wie diejenigen von Ólafur Arnalds, Giardini di Mirò, Midlake, World’s End Girlfriend hingegen mochte ich; wieder andere (The National, Sun Kil Moon, Balmorhea, Tokyo Jihen, Maserati) habe ich einfach nicht oft genug gehört, um mir ein Urteil zu bilden, oder sie sind mir völlig egal geworden (Sufjan Stevens, Interpol).

Am meisten Spaß hatte ich dieses Jahr mit I, Vigilante von Crippled Black Phoenix, was zwar theoretisch eine EP sein soll, aber fuck it, lang genug ist die Platte und gut genug allemal. Die vierte Black Tar Prophecy der Grails kündigt auch von Großem für das nächste Jahr. Und das Live-Album Special Moves von Mogwai ist auch fein, CD wie DVD. (Ja, das darf ruhig als Einladung verstanden werden YouTube anzuschmeißen, hier oder hier oder hier etwa. Oder gar, vielleicht, die Platten zu ordern?)

Aber mehr als lose Empfehlungen kann ich nicht liefern. Hat schon Sinn, wieso ich diesen Blog thematisch beschränke, allzu oft kam ich in letzter Zeit sowieso nicht zum Schreiben.

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