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Spring Season 2011 Preview…?

2011-03-17

Die Diskussionen der letzten Tage in den deutschsprachigen Animeblogs, anlässlich der für uns kaum ermesslichen Katastrophen in Japan, konnte ich nur mit einem müden Auge verfolgen; ich hatte (habe) zu viel zu tun. Weite Teile erinnerten mich aber an die gängigen Betroffenheits- und Anti-Betroffenheits-Muster, die nach jeder größeren Katastrophe abgespult werden. Ich finde es an sich legitim und wichtig, darüber zu reden; die Diskussionen führen nur nie zu einem Ergebnis, weswegen ich mich nicht mehr an ihnen beteilige.

Die Privatperson escapistolero hat seit letzten Freitag nahezu pausenlos NHK laufen, checkt regelmäßig Kyodo News, Asahi, Mainichi, Yomiuri, Asia Times, den Guardian, die Süddeutsche, die Rundschau. Die Bilder und Berichte haben sie bis ins Mark erschüttert, wie so oft im Angesicht derartiger Katastrophen. Aber die Privatperson escapistolero findet hier nicht statt.

Der Animeblogger escapistolero allerdings kann auch nicht business as usual betreiben.

Wie üblich ist die Medienberichterstattung zu derartigen Ereignissen von stark schwankender Qualität. Man kann vielleicht feststellen, dass Beben, Tsunami und die nach wie vor ungelösten Probleme in Fukushima Daiichi massive Zerstörung angerichtet und viel Not und Leid über die betroffenen Präfekturen gebracht haben. Sie können das Land über Jahrzehnte belasten. Die Metropolen mögen von den unmittelbaren Folgen weitestgehend verschont geblieben sein, die wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen werden aber wohl ganz Japan erfassen.

Andererseits ist Japan in vielerlei Hinsicht ein mächtiges Land, das nicht aufhören wird zu funktionieren. Es hat Schaden genommen, aber die japanische Wirtschaft und Gesellschaft und auch die internationale Gemeinschaft (die in hohem Grad vom Wohlergehen Japans abhängig ist) werden diesen Schock absorbieren. In welchem Ausmaß, das wird sich noch zeigen.

Die Unterhaltungsindustrie ist weder lebensnotwendig noch unbetroffen. Sicher braucht jede Gesellschaft, die derart integriert, produktiv und hochtechnologisiert ist, ihre Unterhaltung; selbst – und gerade – in Zeiten wie diesen. Trotzdem rückt sie kurz- und mittelfristig, völlig zurecht, in den Hintergrund.

***

Dies wird der Ort des Animebloggers escapistolero bleiben, der hier über einige seiner eng abgezirkelten Spezialinteressen schreibt. Die Katastrophen lassen sich sicherlich nicht außen vor halten, aber um gezielt darüber zu reden und zu schreiben wird die Privatperson escapistolero, wie bisher, andere Kanäle gebrauchen (und auch weiterhin jede Gelegenheit nutzen, um von sich in dritter Person zu sprechen). Dies zur Klarstellung; ich hoffe, es wird das letzte Mal sein, dass ich derartige Ereignisse in diesem Blog kommentieren muss.

Ich kann nicht abschätzen, ob und und wie das geplante Programm zur Frühjahrssaison gefahren werden kann und wird. Vielleicht stellen sich wenige bis gar keine Verschiebungen ein, vielleicht einige, vielleicht viele. Zu einem Stillstand wird es wohl nicht kommen. Ich vermute, dass sich die Änderungen in einem überschaubaren Rahmen bewegen werden; von vielen Serien dürfte sowieso bereits die erste, bei manchen sogar die zweite Episode fertig produziert vorliegen (wenn man nicht gerade Shaft ist…).

Demnach werde ich bald ein richtiges Preview schreiben. Die Spring Season sah in ihrer bisher kommunizierten Form sehr gut aus, eine satte Reihe spannender, interessanter, vielversprechender Anime, von denen ich weit über ein dutzend Titel antesten wollte und hoffentlich auch werde. Eine Rückkehr zur Normalität wäre das, was ich allen wünsche. Time will tell.

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