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Retrospektive 2011, Die Anime: #30 – #11

2012-02-05

So, einmal Luft geholt.

2011 war kein schlechtes Jahr etc etc. Je länger ich über Anime schreibe, desto affiger kommen mir derlei Zuschreibungen vor; es gibt kein Anime-Gosplan, das einen Fünfjahresplan ausarbeitet und verfolgt  – 2010 lassen wir schleifen, aber 2011 greifen wir wieder an, fuffzig Einheiten Moe, zwölf Mecha,… rückblickende Zuschreibungen sind eine Krücke für Schreiber Blogger ohne großen Wert. Daher nur knapp: 2011 war kein schlechtes Jahr etc etc.

Wenn ich meinen Statistiken glaube, dann hatte ich im vergangenen Jahr 0,3 Wertungspunkte weniger Spaß an Anime als im Jahr zuvor, Schnitt von 7,1 statt 7,4. Kam mir gefühlt aber anders vor, und spielt letztlich keine große Rolle. Der Grund liegt im Übrigen in der Masse von knapp überdurchschnittlichen, aber gefälligen Sachen, für die ich meine Rangliste erweitern musste. Ist das ein Indikator für die gestiegene Solidität des Outputs, oder bin ich nur noch weicher geworden?

Ich werde die Retrospektive diesmal knapper gestalten (müssen): Anime #30-#11 mit zwei, drei Anmerkungen je Eintrag, Anime #10-#1 womöglich etwas ausführlicher, und ein weiterer Post für den übrigen Krimskrams. Und das auch nur, weil ich es trotz hartnäckigster Versuche nicht geschafft habe, die täglichen Klicks auf Null zu bringen. Beschämenswert. Aber ich gebe nicht auf!

***

#30 | Kimi ni Todoke S2 | 11-Q1 | Production I.G.

Wie in der ersten Staffel weder so richtig gut noch so richtig schlecht: Kimi ni Todoke hat es sich im unanstrengenden Mid-Tempo gemütlich gemacht. Wobei, die kürzere Spieldauer von nur 12 Episoden bringt etwas mehr Zug rein; es geschieht tatsächlich mehr als in den 25 Episoden der ersten Staffel.

#29 | The World God Only Knows II | 11-Q2 | Manglobe

Kein Anime ist dermaßen passgenau auf seine Zuschauerschaft zugeschnitten, und die Erkenntnisse daraus sind bisweilen schwer verdaulich. Aber der tendentielle Hang zur Parodie macht TWGOK trotzdem halbwegs spaßig.

#28 | Kimi to Boku | 11-Q4 | J.C. Staff

Enorm tiefenentschleunigte Narrative, was das Sehvergnügen doch etwas zäh macht. Aber das Maß an Subtilität ist, relativ zu anderen Anime, sehr beeindruckend; etwas zur richtigen Zeit zu verschweigen ist eine Kunst.

#27 | Kami-sama no Memo-chou | 11-Q3 | J.C. Staff

Eigentlich eine krude Mischung: KamiMemo vermengt Themen wie Prostitution, Drogenmissbrauch, Straßengewalt, Suizid, Familienprobleme (und die durchaus halbwegs ernsthaft behandelt) mit den üblichen Versatzstückchen zeitgenössischer Fernsehanime, allen voran der schamlos ausgebeuteten Loli-Hauptfigur Alice. Aber sie funktioniert, irgendwie, vielleicht auch dank des guten Soundtracks.

#26 | Hanasaku Iroha | 11-Q2/Q3 | P.A. Works

Ja, ich hatte große Hoffnungen – wahrscheinlich ungerechtfertigte. Und ja, diese Hoffnungen wurden enttäuscht. Hanasaku Iroha ist eine relativ alberne und banale Angelegenheit mit einer nicht sehr interessanten Geschichte und zu viel Fanservice. Aber immerhin sieht der Anime wunderbar aus, und bisweilen blitzt auch hin und wieder echte Qualität auf.

***

#25 | X-Men | 11-Q2 | Madhouse

Der beste der vier Marvel/Madhouse-Anime, mit einigem Abstand: Die Story ist nicht beleidigend banal, und die Umsetzung kann teils (visueller Stil, Musikregie) sogar glänzen – erinnerte mich phasenweise, vor allem in der Farbgebung, an den Stil von Ryousuke Nakamura.

#24 | Tiger & Bunny | 11-Q2/Q3 | Sunrise

Setting und Setup sind spannend und schön anzusehen, und in der Story steckte jede Menge Potential (etwa für einen bitterbösen Kommentar zum Corporate Evil der Moderne). Wurde leider nie abgerufen und begnügte sich mit solidem Handwerk in der Narrative, mit Tendenz zum Belanglosen, allerdings.

#23 | Ano Hi Mita hana no Namae o Bokutachi wa Mada Shiranai. | 11-Q2 | P.A. Works

Ano Hana startete prima und ging gut weiter, der Anime fühlte sich frisch und gut an. Aber im Schlussdrittel hat er den Bogen überspannt und alles versank im nervig weinerlichen Einerlei, für dessen Art das Englische den schönen Begriff hamfisted vorrätig hält. Schade drum, bleibt aber ein gutes Lehrstück mit einigen netten Momenten in dern ersten zwei Dritteln.

#22 | Kamisama Dolls | 11-Q3 | Brain’s Base

Kamisama Dolls war campy und eigen in einer Art, die mich an das (sehr gute) Tatakau Shishou erinnerte; ähnlich selbstsicher war es zumindest in den Regeln seiner Fantasywelt. Die Brutalität und Härte, die den Anime streckenweise beherrscht, kontrastiert die Albernheit und den Fanservice des Rests – oft interessant, manchmal aber auch nervtötend. Geschmackssache.

#21 | Tamayura ~hitotose~ | 11-Q4 | TYO

Auf die Länge eines cours hin ist Tamayura dann doch etwas kariös süß geworden. Immer noch um Welten besser als etwa ein K-ON! und immer noch genuin niedlich, insofern mag ich den Anime durchaus noch. Zumal er immer noch jede Menge von dem hat, was Junichi Sato so auszeichnet.

***

#20 | Carnival Phantasm | 11-Q4 | Lerche

Carnival Phantasm ist etwas für Fans, und das meine ich durchaus positiv: mit seiner limitierten Zielgruppe von Type-Moon-Aficionados kann die Parodie aus dem Vollen schöpfen. Mich zumindest hat sie voll angesprochen. Das ist dann noch lange keine Garantie für Qualität, nicht alle Gags zünden hier; aber oft genug hat’s geklappt.

#19 | Ikoku Meiro no Croisée | 11-Q3 | Satelight

Hat mich auf angenehme Art und Weise an Ristorante Paradiso erinnert, mit seiner gediegenen Atmosphäre und dem liebevoll gestalteteten europäischen Setting. Schade, dass alles über Yune als japanischen Katalysator vermittelt werden musste – aber kein großes Problem.

#18 | No. 6 | 11-Q3 | Bones

Die Welt von No. 6 ist ein zeitgemäßes, interessantes Utopia/Dystopia, das mit einigen spannenden Charakteren angereichert ist. Leider verläuft sie sich gegen Ende ein wenig in eher nichtssagendem Eso-Kram mit unnötigem Pathos, weswegen ihr letztlich etwas die Relevanz abgeht. Aber ein guter Versuch.

#17 | Dantalian no Shoka | 11-Q3 | Gainax

Das Erzähltempo in Dantalian no Shoka war seltsam, sehr hastig und dicht, während die einzelnen Geschichten sich oft ähnelten. Aber so wenig ich dieses Argument auch mag, kaum ein Anime war in diesem Jahr atmosphärischer. Der Stil, die feine Musik, vor allem auch die Chemie der beiden Hauptfiguren haben aus Dantalian no Shoka bei allen Mängeln einen sehr charmanten Anime gemacht.

#16 | Un-Go | 11-Q4 | Bones

Un-Go war einer der cleversten Anime der letzten zwölf Monate, der die alten Stories von Ango Sakaguchi geschickt in die Neuzeit transportiert, ohne deren Mechanismus abzulegen. Eine große Schwäche zieht ihn aber herunter: Inga, erstens ein Nervbolzen erster Güteklasse, zweitens ein unnötiger deus ex machina, der die Auflösungen ein wenig ihrer Wirkung beraubt.

***

#15 | Ben-to | 11-Q4 | David

Ben-to war ein prima Exemplar eines sinnfreien, aber unterhaltsamen Battle Shounen Anime:  völlig abstruse Handlung, bizarre Charaktere, das richtige Maß an Fanservice – und als Sahneklecks noch erstaunlich smart und smooth in den Dialogen. Eine der cooleren Überraschungen des Jahres.

#14 | Star Driver | 10-Q4/11-Q1 | Bones

Ich mochte Star Driver sehr, lange Zeit; war ein frischer und gewitzter, gut geschriebener und prima aussehender Abenteueranime. Mit der Hintergrundgeschichte und der Metaphorik war ich allerdings nicht immer einverstanden, und gegen Ende spürte man, dass der Anime für 13 Episoden zu kurz, für 25 Episoden aber auch zu lang war. Trotzdem ganz gutes Ding.

#13 | Natsume Yuujinchou San | 11-Q3 | Brain’s Base

Es wird Zeit, dass die Geschichte von Natsume Yuujinchou mit der vierten Staffel, jetzt in der aktuellen Season, zu Ende geht. Der dritten Staffel San merkte man an, dass der Anime etwas an Zug und Dampf verliert; unabhängig davon bleibt die Reihe natürlich angenehm anders. Ein echter Ruhepol.

#12 | Maria+Holic Alive | 11-Q2 | Shaft

M+H ist eine meiner Lieblingsreihen von Shinbo, die stellenweise sogar das fabelhafte Sayonara, Zetsubou-sensei channelt: Dialoge ätzend und geschliffen, visueller Stil hochattraktiv. Nur eben alles eine Dimension kleiner und mit ein paar Passagen und Charakteren, die nicht ganz die eigene Klasse halten können.

#11 | Usagi Drop | 11-Q3 | Production I.G.

Nein, realistisch war Usagi Drop nicht wirklich. Mag man vielleicht annehmen, nur weil Kinder ausnahmsweise mal nicht gnadenlos sexualisiert werden in einem Anime. Aber Realismus ist keine Auszeichnung und kein Qualitätssiegel, und schon lange kein Muss. Die träumerisch weichgezeichnete Behandlung des etwas abseitigen Themas ist aber eine schöne, angemessene Annäherung an die knifflige Geschichte einer Quasi-Vater-Quasi-Tochter-Beziehung.

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  1. ZakuAbumi permalink
    2012-02-07 18:02

    Was UN-GO betrifft: Ich mag mich zwar irren, aber kam Inga nicht immer dann zum Zuge, wenn der Fall für den Zuschauer bereits lösbar genug war? War jedenfalls in den ersten beiden Folgen so und würde deinen Kritikpunkt auch enorm entkräften.

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